Sicher ist sicher
Rufen Sie im Brandfall immer die Feuerwehr
Obwohl Feuerlöscher nach den heute gültigen öffentlich-rechtlichen Bauvorschriften für Privathaushalte grundsätzlich nicht mehr vorgeschrieben sind, sollte in jedem Haushalt ein funktionsfähiger Löscher vorhanden sein. Mit einem Feuerlöscher lassen sich Brände im Entstehungsstadium wirksam bekämpfen und so die Brandausbreitung und Großschäden verhindern.
Für Gewerbebetriebe und Sonderbauten gelten die Regeln für die Ausrüstung von Arbeitsstätten mit Feuerlöschern des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaft sowie entsprechende Sonderbauvorschriften (z.B. Gaststättenverordnung).
Auch die Baugenehmigungsbehörde kann weitere Feuerlöscher zur Auflage machen. Außerdem sind für den gewerblichen und landwirtschaftlichen Bereich im Versicherungsvertrag zusätzliche Sicherheitsvorschriften möglich.
Welche Löscher soll man einsetzen?
Feuerlöscher unterscheiden sich durch die Art des Löschmittels, das sie enthalten. Ein falsches Löschmittel kann einen Brand schlagartig um ein Vielfaches vergrößern. Löschen Sie beispielsweise einen Fettbrand niemals mit Wasser!
Die Brandklasseneinteilung hilft bei der Auswahl des richtigen Löschmittels.
Feuerlöscher enthalten oft Löschmittel, die für mehrere Brandklassen gleichzeitig geeignet sind. Für Privathaushalte empfiehlt sich grundsätzlich der Einsatz von ABC-Pulverlöschern.
Die Normung der Feuerlöscher sieht eine Prüfung alle zwei Jahre vor. Nur so lässt sich die Funktionsfähigkeit sicherstellen. Diese Regelung gilt für Aufladelöscher, bei denen sich das Treibgas in einem eigenen Behälter befindet und erst bei Auslösung in den Löschmitteltank strömt.
Vorsicht bei Dauerdrucklöschern, bei denen sich das Löschmittel und Treibgas in einem einzigen Behälter befinden. Diese Behälter müssen nach der Druckbehälterverordnung zusätzlich zu den genannten Prüfterminen alle zehn Jahre durch Sachverständige (z.B. TÜV) geprüft werden.
Brandschutztipps
Menschliches Fehlverhalten führt leider jedes Jahr zu einer steigenden Tendenz bei der Brandschaden-Statistik in privaten Haushalten - leider auch mit vielen Verletzten und Todesfällen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und Sie in die Lage zu versetzen, sich durch die richtigen Brandschutzmaßnahmen zu schützen, geben wir Ihnen hier folgende Empfehlungen und Tipps:
- Da Türen zu Heizräumen oder Tiefgaragen häufig feuerhemmend konstruiert sind und von selbst zufallen müssen, dürfen sie nicht unterkeilt oder festgebunden werden.
- Notausgänge dürfen nicht verschlossen werden, sie sollten jederzeit von innen zu öffnen sein.
- Nach geltendem Baurecht muss jedes Gebäude zwei voneinander unabhängige Rettungswege haben. Erster Rettungsweg ist immer der Treppenraum, der zweite kann beispielsweise ein Wohnungsfenster sein. Achten Sie deshalb darauf, dass Fenster immer leicht zu öffnen und nicht mit Pflanzen zugestellt sind und dass bei vergitterten Fenstern das Gitter von innen geöffnet werden kann.
- In Hochhäusern und Gebäuden mit mehr als sieben Geschossen sind entweder zwei separate Treppenräume oder ein Sicherheitstreppenraum vorhanden. Benutzen Sie nie den Fahrstuhl als Fluchtweg. Ein verrauchter Fahrstuhl kann zur tödlichen Falle werden.
- In Treppenhäusern muss auch darauf geachtet werden, dass das im obersten Stockwerk liegende Fenster leicht zu öffnen ist. Im Brandfall dient es als Rauchabzug.
- Ein Treppenraum sollte auf ganzer Breite begehbar sein und darf nicht - wie vielfach sehr beliebt - als Abstellraum für Möbel, Geräte oder sonstiges brennbares Material genutzt werden. Er wird sonst im Ernstfall zur gefährlichen Falle.
- Schließen Sie im Brandfall die Türen, die zum Brandherd führen. Geschlossene Türen halten im Brandfall nicht nur Flammen und Hitze zurück, sie schützen auch vor Rauch und Qualm.
- Sollten Sie in einem Raum eingeschlossen sein, dichten Sie auch das Schlüsselloch mit möglichst feuchten Tüchern ab. Stellen Sie sich ans geöffnete Fenster und machen Sie durch Zeichen auf sich aufmerksam. Sollten Sie es nicht vermeiden können, nur durch einen verrauchten Raum ins Freie zu gelangen, laufen Sie in gebückter Haltung oder kriechen Sie möglichst am Boden entlang. Der Rauch senkt sich relativ langsam nach unten.
- Wenn Sie sehen, dass Sie einen Brand mit einem Löschgerät selbst nicht mehr löschen können, bringen Sie zuerst eventuell gefährdete Personen in Sicherheit und alarmieren Sie dann sofort die Feuerwehr. Beantworten Sie die Fragen der Feuerwehr klar und eindeutig.
Sichtbarkeit von Hausnummern
Bei einem Notfall sind wir, Ihre Feuerwehr, auf deutlich sichtbar angebrachte Hausnummern angewiesen, um den Einsatzort so schnell wie möglich finden zu können.
Prüfen Sie deshalb unbedingt die Einsehbarkeit Ihrer Hausnummer!
Optimal: Große Ziffern, darüber Beleuchtung
Hausnummern müssen so angebracht werden, dass man sie von öffentlichen Verkehrsflächen aus gut lesen kann.
Wünschenswert wäre eine gute Beleuchtung der Hausnummer, damit man sie auch bei Dunkelheit rasch als solche erkennen kann.
Verzichten Sie in eigenem Interesse auf übertrieben künstlerisch gestaltete Schilder und wählen Sie stattdessen große, gut lesbare Ziffern.
Sorgen Sie dafür, dass Hausnummern nicht von Pflanzen "überwuchert" werden.
Befindet sich ein Gebäude nicht direkt an einer öffentlichen Verkehrsfläche, so sollte dieses mit einem Hinweisschild an der öffentlichen Verkehrsfläche gekennzeichnet werden.
U N S E R T I P P !
Sie haben die Feuerwehr über den Notruf 112 alarmiert?
Gehen Sie, wenn möglich auf die Straße und erwarten Sie das Eintreffen der Feuerwehr!
Machen Sie sich bemerkbar. So können wertvolle Sekunden optimal genutzt werden und müssen nicht durch die Hausnummernsuche verschenkt werden!
Weitere Maßnahmen, die es der Feuerwehr ermöglichen, schneller tätig zu werden wären beispielsweise das Öffnen von Schranken, Toren und Haustüren sowie das Einschalten der Weg- bzw. Außenbeleuchtung.



