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Außergewöhnliche Einsätze

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Chronik der Feuerwehr Zweibrücken

1590

Laut einem Auszug aus der Stadtverordnung vom 20. 01. 1950 bestand schon ein Feuerschutzwesen. Am Nikolaustag (6. Dezember) sollten 24 Bürger auserwählt werden, die die Leitern, Haken und Eimer zum Feuer bringen sollten. Diese 24 Bürger sollten jedes Jahr am Nikolaustag neu bestimmt werden.
Material:

  • 6 gute Leitern
  • 12 große und kleine Feuerhaken
  • 6 Feuerpfannen
  • 50 lederne Eimer

1713

Die erste Feuerspritze – wahrscheinlich eine kupferne Druckspritze- kam nach Zweibrücken.

1746

Laut der Feuer-Ordnung der Stadt Zweibrücken vom 14. 07. 1746 standen folgende Feuerlöschgeräte zur Verfügung:

  • 1 kupferne Feuerspritze
  • 1 hölzerne Schlund-Spritze
  • 4 hölzerne Handspritzen bei den großen Spritzen und noch etliche kleinere in Privathäusern
  • 10 Leitern und Haken
  • 4 Bütten
  • Lederne Eimer

 

1769

Am 26. 01. 1769 wurden die Herren Simon und Folz als Leiter der Eimerkette benannt. Außerdem wurden Bürger zur ersten kupfernen Spritze, zur zweiten hölzernen Schlund-Spritze, zu den hölzernen Handspritzen, zu den Haken, zu den Leitern sowie zu den Bütten und den ledernen Eimern eingeteilt.

1750

Bis zum Jahre 1750 wurde das so genannte Feuereimergeld (Beträge zum Ankauf von Feuereimern) von Zweibrücken von Menschen, welche Bürger werden wollten, an die Stadt entrichtet.

1760

Durch eine fürstliche Verordnung vom 11. 09. 1760 wurde verfügt, dass zur Vorbeugung von Feuergefahr in Zukunft alle neu zu errichtenden Gebäude in Städten und auf dem Lande nicht mit Stroh, sondern mit „Ziegelsteinen“ gedeckt werden sollten.

1790

Ein Zweibrücker Gesetz vom 16. – 24. 08. 1790 besagt, dass es "den Bürgermeistern besonders obliegt, zur möglichst schnellen Löschung ausgebrochener Brände alle ihnen zweckmäßig scheinenden Anforderungen zu treffen".

1791

Als das untere Stadttor niedergelegt wurde, brachte man das Torglöckchen ("Füchschen" genannt) in den Turm der Alexanderskirche, wo es seitdem als Feuersignal diente.

1817

Die Brandlöschverordnung vom 21. 03. 1817 besagt, dass sich die Schornsteinfeger im Brandfalle unverzüglich zur Brandstelle zu begeben hatten.

1837

Die Zweibrücker Brandlöschverordnung vom April 1837 gibt einen genauen Überblick über die vorhandenen Feuerlöschgeräte, über die Mannschaft (sie ist namentlich aufgeführt) und über deren Einteilung in verschiedene Piketts (Abteilungen). Die Löschgeräte bestanden aus der (wohl kurz vorher angeschafften) "neuen Spritze" Nr. 1, der Spritze Nr. 2, 3, 4 und einer Handspritze, aus Feuerleitern und –haken, Bütten, Röhren, Lederschläuchen und Ledereimern. Es gab eine Kommission für die Aufsicht über die Kamine, eine für die Aufsicht über die Feuergerätschaften, eine für das "Niederreißen von Gebäulichkeiten", eine zur Bildung der Reihen für die Feuereimerkette, eine zur Herbeischaffung von Feuerleitern und Haken, eine zum Abholen der Bütten, welche bei den Spritzen aufgestellt waren, eine zum Abholen der Bütten und "Röhre", die man bei den Brunnen aufstellte und eine zum Pumpen. Weiter gab es Abteilungen zum Abholen und Bedienen der 4 Spritzen, die wiederum in Mannschaften zum Schwanenhals (Strahlrohr), zum Schlauchlegen und zum Pumpen eingeteilt waren.

1848

Bis 1848 wurden nach den Feuerlöschordnungen verschiedene Bürger der Stadt vom Bürgermeisteramt zum Einsatz im Brandfalle verpflichtet. Allerdings hatte dies aber aus mangelnder Übung und Anhäufung zu vieler Menschen wohl nicht immer den gewünschten Erfolg.

1850

Seit 1849/50 stellten sich Freiwillige aus der Bürgerschaft für den Feuerschutz zur Verfügung und übernahmen, je nach ihren Fähigkeiten die verschiedenen Funktionen. Die Geräte und Ausrüstungen stellte die Stadt, die Freiwilligen übernahmen die gesamte Brandbekämpfung, übernahmen die Pflege der Geräte und hielten die Übungen ab. Das Feuerwehrgerät, mit dem die freiwillige Wehr arbeitete, bestand aus:

  • 4 Feuerspritzen
  • 1 großen und 1 kleinen Handspritze
  • 11 Feuerleitern
  • 6 Feuerhaken
  • 10 Bütten und "Pumprohre"
  • Lederschläuchen und –eimern

Wer um 1850 der erste Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr war, ist nicht bekannt.

1856

Am 22. 02. 1856 dankte der Bürgermeister Stengel für die entschlossene und unermüdliche Hilfe beim Löschen des Brandes im Grattel`schen Wohnhaus und am 13. 08. 1856 hatte sich "die hiesige Löschmannschaft beim Löschen des ausgebrochenen Brandes bei Geschwister Bally und Wtw. Warch durch Entschlossenheit und unermüdliche Tätigkeit rühmlichst ausgezeichnet."

1857

Den Zustand des Feuerwehrgeräts können wir dem Bericht einer Kontrolle vom Jahre 1857 entnehmen, wobei es wie folgt beschrieben wird:

  • Feuerspritze Nr. 1: sehr gut
  • Feuerspritze Nr. 2: sehr gut
  • Feuerspritze Nr. 3: gut
  • Feuerspritze Nr. 4: noch brauchbar
  • Große Handspritz: sehr gut
  • Kleine Handspritz: sehr gut
  • 11 Feuerleitern: ganz gut
  • 6 Feuerhaken: ganz gut
  • 180 Feuereimer: sehr gut
  • 106 Feuereimer: ganz neu
  • 10 Bütten: sehr gut
  • 10 Pumpenröhren: gut
  • Schläuche, usw.: alle gut

Es wird bemerkt, "dass nicht wohl eine andere Stadt der Pfalz im Verhältnis ihrer Häuserzahl mit mehr und besserem Löschgerät versehen sein wird."
Als Feuerwehrvorstand wird Philipp Faber, Konditor (geb. 01. 11. 1828) genannt, der dieses Amt wohl bis 1858 innehatte.

1858

Zu Ende des Jahres 1858 werden erstmals leinene Feuereimer genannt und deren Vorzug gegenüber den ledernen und den ausgepichten Stroheimern hervorgehoben.

1859

Am 03. 10. 1850 sollte die "aufgelöste Feuerwehr wieder ins Leben gerufen und gehörig organisiert werden".

1860

Es ist bekannt, dass am 19. 10. 1860 Helme im Wert von 1100 Gulden beschafft wurden. Kommandant war wahrscheinlich Karl Bruch, Direktor der Aktienbrauerei Tivoli.

1866

Im Jahre 1866 erhielt die freiwillige Feuerwehr Trommeln, so dass die Alarmierung von der Wehr selbst vorgenommen werden konnte.

1869

Am 23. 03. 1869 beschlossen die Feuerlöschkommission mit Branddirektor Joh. Bapt. Wolff (Fabrikant), die Stadträte Dingler und Franck Peter sen. und Direktor Karl Buch die Anschaffung eines Hydrophors für 400 Thaler.

1874

Nach dem Kriege 1870/71 erfolgte am 04. 02. 1874 eine weitere Reorganisation der Feuerwehr. Es wurden Löschapparate im Wert von 10.300 Gulden angeschafft. 1874 wurde der Schreinermeister Philipp Nikolaus Profit Kommandant. Seine näheren Mitarbeiter waren die Hauptleute Schöndorf (Maurermeister), Barthold (Zimmermeister) und Loch (Zimmermeister). Am 23. 10. 1874 erfolgte die Genehmigung der revidierten Feuerlöschordnung. Die Tätigkeit erstreckte sich in der Folge nicht nur auf die Brandbekämpfung, sondern auch auf Hilfe bei sonstigen Katastrophen, wie z. B. Hochwasser. 1874 wurde auch ein städtischer Nachen angeschafft. (Größere Überschwemmungen im Stadtgebiet ereigneten sich: 1836 (Hochwasser mit Eisgang), 1850, 1882, 1920 und 1948)

1877

In Zweibrücken wurde am 06. 04. 1877 ein Verwaltungsrat für die Feuerwehr eingesetzt, der aus dem Kommandanten, Hauptmännern, 2 Obermännern, 2 Rottenführern, 2 Wehrmännern und einem Schriftführer bestand.

1881

Am 16. 12. 1881 beschloss man die Anschaffung von Signalhörnern für die Feuerwehr. Ab dieser Zeit wurden zur rascheren Brandbekämpfung gefüllte Wasserfässer auf Wagen von der Löwenburg- und Park-Brauerei zum Brandplatz gefahren und die mit einem solchen zuerst angekommenen Fuhrleute wurden von der Stadtverwaltung durch eine Geldspende belohnt.

1897

Als Kommandant folgte nach Profit der Zimmermeister Peter Loch. 1897 wurde die Telefonverbindung des Spritzenhauses mit Türmer und der Polizei hergestellt. Das Spritzenhaus befand ich im Rückgebäude des Rathauses, wo die Geräte in Schuppen untergebracht waren. Feuerwehrdiener war Schuhmacher Diehl, der auch bei Alarm die Trommel schlug. Trompeter war Heinrich Hoffmann.
An älterem Gerät war vorrätig:

  • 2 Hydrophore mit Schwanenhals
  • 1 Kastenspritze (abnehmbar) als Saug- und Druckspritze
  • Sprungtuch und Rutschsack

An neuerem Gerät war vorhanden:

  • 1 kleine fahrbare Ausziehleiter
  • 2 Alarmkarren
  • 1 Alarm – Leiter – Karren
  • 1 große Überlandsspritze mit Pferdespannung
  • 1 Saug- und Druckspritze (Quatierspritze)
  • 1 Kübelspritze
  • 1 Schlauchwagen

1889

Nach Peter Loch übernahm wohl vor 1889 der Kaufmann Hermann Wery den Posten des Kommandanten. Als dessen nähere Mitarbeiter kennen wir Louis Neumüller (Sattler, später Inhaber der Bayer. Notenbank) und Kuhn (Zichoriefabrik).

1895

Auf den Kommandanten Wery folgte wohl vor 1895 der schon am 01. 04. 1874 zur Feuerwehr eingetretene Kaufmann Johann Bachmann, der sein Amt bis 18. 05. 1914 innehatte (40 Jahre Feuerwehrdienst). Seine näheren Mitarbeiter waren Adolf Kuhn (Zichoriefabrik), Karl Bayer (Bader), Andreas Kennerknecht (Kaufmann), Karl Schöller (Schreinermeister), Georg Mohr (Maurermeister), Karl Baum (Kaufmann), Jakob Grobholz (Geschäftsmann), Karl Albert (Färbermeister) und Philipp L’ami (Polsterermeister), später Ad. Schwinn junior, Fabrikant Althof und Heinrich Auerbacher (Kaufmann), Fritz Kennerknecht (Baumeister), Joh. Reithinger (Bankdirektor) und Karl Faltermayer (Malermeister). Die Kommandanten und Hauptleute trugen zu dieser Zeit Helmbüsche (rot, weiß und schwarz).
< In damaliger Zeit gab es auch eine Feuerwehrkapelle, die mit Unterbrechungen bis zum 2. Weltkrieg fortbestand. Um 1900 war Musikmeister der Feuerwehr Rudolf Koch, Tambour Fritz Eberle.

1899

Von der Parkbrauerei bis zu den Kaufhäusern am Markt bestand eine private Wasserleitung; 1899 wurden in diese Leitung 2 Hydranten eingebaut, einer in der Hofenfelsstraße, der andere am Marktplatz. Diese Neuerung bedingte die Anschaffung von Standrohren und Schlüsseln. Die Standrohre, die anfangs in primitiver Art in Kupfer ausgeführt waren, erfuhren im Laufe der Jahre manche Verbesserung und sind jetzt in genormter Leichtmetallausführung handlich und brauchbar.

1900

Um 1900/01 wurde die städtische Wasserleitung gelegt. Durch den Einbau von Hydranten wurde die Wasserzufuhr nun auf diese weit angenehmere Art bewerkstelligt, und die Löscheimerkette konnte fortan wegfallen. In der Folge wurden Hydrantenwagen und Hydrantenkarren angeschafft. Nach 1900 erfolgte auch die Anschaffung einer großen Ausziehleiter.

1912

Im Jahre 1912 wurde ein Gebäude der ehemaligen Chevauxlegers – Kaserne am Bleicherbach zu einem Spritzenhaus umgebaut und die Geräte dort untergebracht. Der Gerätewart Georg Wind senior (Blechschmied) wohnte mit seiner Familie in diesem Gebäude und betreute hinfort Geräte und Ausrüstungen.

1914

Dem verdienten Kommandanten Bachmann, der seit 1889 auch die Leitung der freiwilligen Sanitätskolonne Zweibrücken übernommen hatte, folgte ab 18. 05. 1914 der Fabrikant Karl Schöller, welcher unter schwierigen Verhältnissen (Mannschaftsmangel) während des Weltkriegs 1914/18 und des Hochwassers 1920, bis 07. 02. 1920 der Wehr vorstand. Auch er war ein erfahrener Feuerwehrmann mit 46 Jahren Feuerwehrdienstzeit. Sein Adjudant war Johann Kreßmann (Kaufmann). Unter der Leitung von Schöller wurde eine Alarmmannschaft gebildet; 4 Alarmkarren wurden an verschiedenen Stellen der Stadt stationiert (bei Lettinger, Schöller, Faltermayer und Germann). Zur besseren Alarmierung wurden Alarmglocken in den Wohnungen der Alarmwehrmänner angebracht.

1920

Ab 27. 04. 1920 übernahm Ludwig Fallenstein (geb. Zweibrücken 15. 02. 1885, gest. zu Bayreuth in der Evakuierung am 25. 11. 1939) die Leitung der Wehr. Er setzte sich mit ganzer Kraft für die Feuerwehr ein. Seine näheren Mitarbeiter waren Kaufmann Sebastian Moerz und der langjährige Feuerwehrmann Jakob Eicher als 2. Kommandant.

1922

Die Zweibrücker Wehr erhielt im Jahre 1922 ihre erste Motorspritze. Diese Motorspritze kaufte der Kommandant Falkenstein, da die Genehmigung der Stadt noch nicht vorlag, zum Preise von 260.000 Mark zunächst auf eigene Rechnung. Acht Monate später wurde der Betrag von der Stadtverwaltung an Herrn Falkenstein ausbezahlt und die Spritze ging somit rechtmäßig in den Besitz der Stadt über. Die Motorspritze bewährte sich in Hunderten von Einsätzen und tat ihren Dienst noch bis 1945. Die bestehende Alarmwehr wurde aus den Reihen der verschiedenen Abteilungen ergänzt und bildete eine einsatzfreudige Alarmmannschaft. Ihr erster Führer Georg Faust zeichnete sich durch unermüdliche Förderung, Ausbildung und Organisation dieser schlagkräftigen Abteilung aus.
Von den vielen Einsätzen der Motorspritze und der Alarmmannschaft sei besonders genannt der Brand Knoll in Zweibrücken (Braunegäßchen) als erster Einsatz unter erschwerten Verhältnissen. Trotz gesperrter Straßen (Ausgehverbot) ließen sich die Wehrmänner von ihrer Pflicht zu helfen nicht abhalten. Weiter seien von den Überlandhilfen besonders genannt die Einsätze Breitfurter Mühle und Mölschbacher Hof. Die Alarmwehr war in der Lage 2000 Meter Schlauchleitung zu legen.

1926

Seit 1926 war die Einrichtung getroffen, dass bei Kleinbränden einzelne mit Handfeuerlöschern ausgerüstete Feuerwehrleute auf Fahrrädern zur Brandstelle vorausfuhren, wodurch diese Brände oft schon vor Eintreffen des Fahrzeugs gelöscht oder wenigstens eingedämmt werden konnten.
Alle Mitglieder der Alarmmannschaft erhielten nun Alarmglocken in ihre Wohnungen. 1926/27 wurde die Alarmmannschaft mit Lederhelmen (mit Nackenschutz) ausgerüstet. Die übrige Mannschaft trug Messinghelme zu schwarzen Uniformröcken und rot-schwarzgestreiften Gurten. Die von der Stadtverwaltung ehrenhalber zu „Brandmeistern“ ernannten Herren Otto Marx, Georg Faust und Heinrich Eisel trugen wappengeschmückte Lederhelme und silberne Schulterstücke. Der allgemeine Mannschaftsbestand betrug etwa 140 Mann.
Um eine bessere Alarmierung der gesamten Wehr zu erreichen, brachte man 1927 auf dem Stadthaus, der Alleeschule und der Schule in Bubenhausen Sirenen an.

1928

1928 wurde von der Post ein gebrauchet Omnibus gekauft; er diente zum Gerät- und Mannschaftstransport und wurde auch zu Abschleppdiensten verwendet.
Der Verwaltungsrat der freiwilligen Feuerwehr setzte sich unter anderem zusammen aus den Herren Fallenstein, Eicher, Moerz, Marx, Haubensack, Pabst, Witzgall, Rücker, Eicher, Grieser, Höh, Eisel, Bayer, Rech, Günthert und Volkamer.
Die Tragkraftspritzen TS 10 Und TS 8 wurden seit 1928 immer mehr verbessert und bewährten sich in der Folge bei manchen Einsätzen. Zweibrücken besaß eine Balcke – Tragkraftspritze auf Lafette (zum Anhängen an Fahrzeuge).

1933

Nach Erkrankung das bewährten Kommandanten Fallenstein wurde am 27. 04. 1933, nachdem Schlossermeister Otto Marx die Wahl ablehnte, Klempnermeister Heinrich Eisel (geb. Zweibrücken 23. 11. 1884) mit der Leitung der Wehr betraut. Seine näheren Mitarbeiter waren der stellvertretende Kommandant Jak. Eicher, der 1. Adjudant Konrad Witzgall, der langjährige Zeugmeister Reinh. Haubensak und Friseur Theo Günthert.
Unter dem Kommando von Herrn Eisel wurde die Wehr in verschiedene Löschzüge eingeteilt
Es wurden für die Wehrführer und Abteilungsführer neue Uniformen eingeführt: Blauer Rock mit Koppel und Schulterriemen, blaue Schirmmütze; hierzu wurden schwarze Stiefelhosen und Stiefel getragen.

1938

Durch neue Bestimmungen wurde am 01. 04. 1938 der Spediteur Fritz Mayer (geb. Zweibrücken 22. 07. 1898) Wehrführer, dessen Stellvertreter Jakob Rottmann, Friseur. Seine näheren Mitarbeiter waren Ludwig Grosklos (Kaufmann) und Fritz Schmitt (Baumeister).

1939

Nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges blieben folgende Wehrmänner zum Feuerschutz für die geräumte Stadt und den Landkreis dienstverpflichtet (und besoldet) in Zweibrücken zurück und wurden im westlichen Flügel des Justizgebäudes kaserniert
Von den Einsätzen der Wehr während der Räumungszeit 1939/40 sei besonders der Großbrand in Rimschweiler erwähnt, welcher bei grimmiger Kälte und in der Nähe der Front große Anforderungen an die Mannschaft stellte.

1940

Nach der Rückführung der Bevölkerung im Jahre 1940 erhöhte sich der Mannschaftsstand wieder auf 144 Mann.

1942

Nach Beurlaubung des Kreisführers Mayer (1942) übernahm Oberzugführer Ludwig Grosklos (geb. Zweibrücken 24. 07. 1899) die Führung der Wehr und wurde am 29. 10. 1943 als Kreisführer eingesetzt.
Nachdem die Branddirektion Mannheim das erste Feuerwehrfahrzeug mit Dieselmotor erhalten hatte, wurden die Kraftfahrspritzen laufend verbessert und ab 1935 allgemein in den Dienst der deutschen Feuerwehr gestellt. Die Zweibrücker Wehr erhielt 1942/43 nacheinander zwei moderne Löschfahrzeuge (LF 15 und LF 8), die sich in der Folge bei Einsätzen in verschiedenen, durch Fliegerangriffe in Mitleidenschaft gezogenen Orten gut bewährten. Es erfolgten Einsätze in Saarbrücken, Saargemünd, Neunkirchen, St. Ingbert, Kaiserslautern, Frankenthal, Ludwigshafen, Pirmasens und Contwig. 1942 wurden neue blaue Uniformen für die gesamte Wehr angeschafft. Besonderen Wert legte man auf die Ausbildung an den Fahrzeugen in der Gruppe. Von 1942/43 an wurde auch die Jugend zum Feuerwehrdienst herangezogen; es wurde eine eigene Schar gebildet und mit Ausrüstung und grün – brauner Uniform ausgestattet. Die Feuerwehrschar zeichnete sich besonders durch große Einsatzfreudigkeit aus und bewährte sich gut.

1944

Im März 1944 wurde unter Leitung des Hauptwachtmeisters Bayer ein Gasspür- und Entgiftungstrupp gebildet. Die sich nunmehr häufenden Fliegerangriffe brachten immer mehr Unruhe in das Leben unserer Stadt. Immer öfter heulten bei Tag und Nacht die Alarmsirenen; die Bevölkerung strömte in die Luftschutzkeller, während die Feuerwehr jedes Mal ausrückte, um einsatzbereit zu sein und ihre Fahrzeuge an weniger gefährdeten Stellen außerhalb der Stadt zu bringen. Die große Explosion auf dem Bahngelände vor dem Güterbahnhof am 28. 09. 1944, verursacht durch einen Jagdbomberangriff, richtete in der Schillerstraße und in Bubenhausen großen Schaden an; in der Folge war die Wehr mit Bergungsarbeiten beschäftigt.
Vom 18. 12. 1944 an blieb ein Teil der Feuerwehrleute in der inzwischen freiwillig wieder von den meisten Zivilisten geräumten Stadt zurück. Er war im Keller des Justizgebäudes untergebracht und setzte sich aus folgenden Wehrmännern zusammen, die dienstverpflichtet und besoldet wurden
Einige Feuerwehrmänner blieben in ihren Wohnungen in der Stadt zurück und hielten nahen Kontakt mit der kasernierten Wehr aufrecht, wie Alex Hudlett, Vinzenz Grieser und verschiedene städtische Beamte, die der Wehr angehörten. Ihre Feuertaufe erhielt die Wehr am Weihnachtsabend 1944 beim Löschen einer Feldscheune (Sportplatz am Hornbach) durch Artilleriebeschuss.

1945

Die Fliegerangriffe auf Zweibrücken am 03. und 07. Januar 1945 brachten der ganzen Mannschaft ununterbrochene Tag- und Nachteinsätze. Erschwert wurde die Löscharbeit durch die Zerstörung der städtischen Wasserleitung und dadurch, dass die großen Löschfahrzeuge mit dem Spritzenhaus am 07. Januar 1945 ein Opfer des Bombenangriffs wurden. Dankbar sei auch der Hilfe der Wehren aus dem Landkreis Zweibrücken und auswärtiger städtischer Wehren gedacht, die in Zweibrückens schweren Tagen nach besten Kräften Beistand leisteten. Durch die Vielzahl der Brände waren oft nur kleine Trupps, ja sogar manchmal nur 1 bis 2 Mann zum Löschen eines Brandes verfügbar, was – bei Kälte und Glatteis – große Anforderungen an den Einzelnen stellte. Durchnässt und tagelang ohne Schlaf setzten sich die Mannschaften in vorbildlicher Weise zur Rettung der Stadt ein. Da auch die bisherige Unterkunft der Mannschaft (Keller des Justizgebäudes) stark beschädigt war, bezogen die Wehrmänner einen Raum im Himmelsbergkeller, nachdem sie sich diesen vorher hergerichtet hatten. Als Ersatz für die verlorenen Fahrzeuge wurden zwei Löschfahrzeuge aus Saarlautern und Völklingen, die bei Nohfelden untergestellt waren, der Zweibrücker Wehr zur Verfügung gestellt. Diese wurden im Januar 1945 notdürftig in Scheunen auf dem Himmelsberg (in der Nähe des Unterkunftskellers) untergebracht. Stetig einander folgende Jagdbomberangriffe, Brandbombenabwürfe und Beschuss brachten anhaltende Arbeit für die Wehr.
Nachdem am 27. 01. 1945 und Anfang Februar 1945 die bisherige Führung der Wehr (Grosklos, Schmitt, Grund, Kloe und Bayer) zum Militärdienst eingezogen wurde, setzte die Stadtverwaltung als Wehrführer Karl Igl (geb. Ixheim 14. 08. 1887), der bis 1933 in Ixheim Kommandant war, und als dessen Stellvertreter Konrad Witzgall ein. Die Tätigkeit der Wehr erstreckte sich über ihre sonstigen Aufgaben hinaus auf die Wasserbeschaffung für die Rot-Kreuz-Küche im Himmelsbergkeller. Diese hatte viele hundert Zivilpersonen, die sich in den Keller geflüchtet hatten, zu versorgen. Das Wasser musste nach dem Ausfall der Wasserleitung aus Brunnen in der Ixheimer Straße herbei getragen werden. Besonders sei hierbei der unerschrockenen Einsatzbereitschaft der drei weiblichen Feuerwehrleute Pfleiderer, Zinsmeister und Maldener, die vorbildlich ihren Dienst taten, gedacht. Die Feuerwehr half auch beim Transport des Inventars des katholischen Krankenhauses, welches im Himmelsbergkeller eingerichtet wurde. Nach dem Zweibrücken größtenteils in Trümmer legenden Fliegerangriff vom 14. März 1945 musste die Wehr machtlos zusehen, wie die Stadt nieder brannte. Alle Straßen waren zerstört, mit Bombentrichtern übersät, so dass ein Anfahren der Fahrzeuge (die glücklicherweise erhalten geblieben waren) völlig unmöglich war. Soweit es möglich war, wurden Löschversuche mit Axt und Löschsand unternommen. Die Bergung verschütteter Menschen und Rettungsarbeiten störte einsetzender Beschuss. Am 18. März 1945 wurde die Wehr durch die Polizei und Kreisleitung aufgelöst. Die Mannschaft sollte sich beim „Volkssturm“ in Kirrberg oder Oberhausen melden. Wegen der Hoffnungslosigkeit der militärischen Lage – deutsches Militär war im Raum Zweibrücken überhaupt nicht mehr vorhanden – und der Sinnlosigkeit weiteren Widerstandes wurde dieser Aufforderung nicht Folge geleistet. Der Himmelsbergkeller wurde zum Sanitätsunterstand gemacht und als solcher durch eine Rotkreuzfahne gekennzeichnet. Noch vorhandene Waffen wurden von der bisherigen Feuerwehr eingesammelt und in den Keller der Schuhfabrik Haag gebracht.
Am 20. März 1945 zogen in nicht enden wollenden Panzer- und Autokolonnen die amerikanischen Truppen ein.
Da die Stadt an verschiedenen Stellen noch brannte, war eine unverzügliche Neubildung der Feuerwehr notwendig. Der bisherige Kommandant Igl war nicht mehr erschienen, und so bildete sich die Feuerwehr auf der Grundlage der Freiwilligkeit neu und wählte aus ihren Reihen als Kommandanten den bisherigen stellvertretenden Wehrführer Konrad Witzgall (geb. Nürnberg 05. 11. 1890, gest. Zweibrücken 18. 12. 1949) und als dessen Adjudanten J. A. Leiner, der sich in schwerster Zeit durch unermüdlichen Einsatz ausgezeichnet hatte.
Die Wehr war der amerikanischen Militärregierung unterstellt und in der Folge außer mit der Löschung von Bränden (die in allen Teilen der Stadt aufflammten) vor allem mit der Sicherstellung und dem Abtransport von Munition und Sprengkörpern usw. und später mit der Bergung von Hausrat in teilzerstörten Häusern (die oft unter sehr schwierigen Umständen erfolgte) beschäftigt.
Da der Aufenthalt im Himmelsbergkeller auf die Dauer gesundheitsschädlich war, stellte die Leitung der Stadt für Feuerwehr und Rotes Kreuz Räume im (teilzerstörten) Waisenhaus zur Verfügung. Die beiden Fahrzeuge wurden im Hof des Waisenhauses stationiert, sonstiges Feuerwehrmaterial aus dem Keller der Ludwigsschule in Räume des Waisenhauses verbracht. Die diesem Umzug (31. 03. 1945) gehörten der Wehr noch an: Witzgall, Dickes, Leiner, Fuchs, Wind W., Bastian, Hoffmann, Bradfisch, Blumenauer, Freidinger, Theisinger, Maurer G., Weisser, Schmid, Hepp, Scheck, Roth Adolf (neu), Pfleiderer, Zinsmeister und Maldener.
Nach und nach versuchten verschiedene Feuerwehrleute ihre berufliche Existenz wieder aufzubauen und schieden somit als Aktive aus der Wehr aus. Dazu kam, dass Feuerwehrleute, die einen höheren Rang beim Militär oder bei ehemaligen nationalsozialistischen Formationen innehatten, aus der Wehr ausscheiden mussten.

1946

Nach dem Ausscheiden von Konrad Witzgall (Ende April 1946) übernahm der bisherige Adjudant Johann August Leiner (geb. Zweibrücken 08. 04. 1897) die Leitung der Wehr.
Als das Waisenhaus wieder in seiner früheren Verwendung als Schulgebäude zugeführt werden wollte, richtete sich die Wehr einen Teil des ehemaligen NSKK-Gebäudes (Dinglerstr. 3) her und zog dann mit Fahrzeugen und Geräten dorthin um. Es blieb dort schließlich nur noch ein kleiner Rest von Feuerwehrleuten, der aus J. A. Leiner, Hans Fuchs und einem neu eingestellten Fahrer bestand.
Diese restliche Mannschaft übernahm noch zusätzlich den Fahrdienst für das Rote Kreuz, bis dieses 1947 wieder selbst dazu in der Lage war. Einander in Tag und Nacht ablösend standen die Männer wöchentlich wenigstens 84 Stunden im Dienst. Hinzu kam dann noch die Ausbildung neuer, sich freiwillig meldender junger Feuerwehrleute. Nach Ausscheiden des Fahrers kam Oskar Theisinger wieder aktiv zum kleinen Wehrstamm.
Als im Mai 1946 die geliehenen Fahrzeuge aus Saarlautern und Völklingen wieder zurückerstattet werden mussten, wurde der Ankauf eines größeren Löschfahrzeuges notwendig; es wurde ein älteres, beschädigtes Löschfahrzeug (LF 25) von Ludwigshafen erworben, im Werk Gaggenau wieder instand gesetzt und in den Dienst der Zweibrücker Wehr gestellt.
Die Beschaffung von Material (wie Autobereifung usw.) war in der Zeit vor der Währungsreform sehr schwierig, und der Dienstleiter der Zweibrücker Wehr hatte schwer zu kämpfen, um die Wehr einsatzfähig zu halten.
Die zur Sprengung vorgesehenen und in unmittelbarer Nähe von Gebäuden gelegenen ehemaligen Westwallbunker wurden vor der Sprengung von der Feuerwehr mit Wasser gefüllt, um größere Schäden in der Umgebung zu vermeiden. Dies erforderte oft Einsätze von 2 bis 3 Tagen. Oft mussten lange Schlauchleitungen mit Überwindung von starken Steigungen gelegt werden, was an Löschfahrzeuge, Schlauchmaterial und Mannschaft große Anforderungen stellte. Insgesamt wurden im Stadt- und Landkreis Zweibrücken 31 Westwallbunker vor der Sprengung mit Wasser gefüllt.

1948

Mit der Währungsumstellung wurde die besoldete Feuerwehr aufgelöst. Als Feuerwehrkommandant und als Kreisbrandinspekteur für den Stadt- und Landkreis Zweibrücken trat Heinz Abraham (geb. Zoppot 08. 09. 1919) in Erscheinung.

1949

Nach der Währungsreform boten sich neue Möglichkeiten zur Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen und Geräten, und die Stadtverwaltung konnte ein neues Löschfahrzeug (LF 15) und eine fahr- und anhängbare Ausziehleiter (AL 17) in den Dienst der Wehr stellen. Auch wurden Arbeitskleidung und neue schwarze Uniformen (mit Ärmel- und Rangabzeichen) beschafft.
Die Neueinteilung der Wehr in 3 Gruppen unter Führung erfahrener älterer Feuerwehrmänner brachte die Wehr auf einen guten Stand. Die vielen manigfachen Einsätze des Jahres 1949 im Stadt- und Landkreis Zweibrücken bewiesen ihre Schlafkraft (37 Einsätze).

1950

Kreisbrandinspekteur Abraham schied im April 1950 als Kommandant aus. Zum vorläufigen Leiter der Feuerwehr wurde von der Aufsichtsbehörde (Bürgermeisteramt) Johann August Leiner (Kaufmann) bestimmt, der mit Unterstützung des neu gegründeten Verwaltungsrats die technischen Angelegenheiten der Wehr leitete.
Am 27. und 28. Mai 1950 feierte die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zweibrücken ihr hundertjähriges Bestehen. Aus Anlass dieses Jubiläums überreichten die älteren, aus dem aktiven Feuerwehrdienst ausgeschiedenen Feuerwehrmänner der Wehr Zweibrücken unter Führung von Wehrleiter Heinz Abraham eine Standarte.

1955

Für den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Wehrführer August Leiner, Kaufmann, wurde der Gärtnermeister Paul Wilden, der seit dem Jahre 1924 Angehöriger der Freiwilligen Feuerwehr war, durch Stadtratsbeschluss vom 16. 09. 1955 im Rang eines Oberbrandmeisters mit der Führung der Wehr betraut.

1956

Ab dem Jahr 1956 nahm unsere Feuerwehr, vorbildlich durch die Stadtverwaltung unterstützt, einen großen Aufschwung.

1957

So wurden 1957 ein Tanklöschfahrzeug (TLF 16) und ein VW-Bus angeschafft. 1957/58 entstand am alten Platz in der Bleicherstraße ein neues, modernes Feuerwehrhaus.

1959

1959 wurde ein weiteres Tanklöschfahrzeug in den Dienst gestellt.

1961

Im Jahre 1961 wurde ein Schlauchwagen (S 1000) in den Dienst gestellt.

1962

Im Jahre 1962 wurde eine Motordrehleiter (MDL 30h) in den Dienst gestellt.

1966

Im Jahre 1966 wurde ein weiterer Mannschaftswagen angeschafft.
Um eine schnelle und lautlose Alarmierung zu erreichen wurde 1966 eine Rundsteueranlage mit 45 Geräten installiert. Lederstiefel und Lederjacken ergänzten die persönliche Ausrüstung des Feuerwehrmannes.
Im Dezember 1966 wurde Oberbrandmeister Hans Fuchs wegen Erreichens der Altersgrenze durch den Oberbürgermeister Oskar Munzinger im Beisein der Feuerwehrkameraden feierlich aus dem aktiven Feuerwehrdienst verabschiedet und zugleich zum Ehrenoberbrandmeister ernannt.

1967

Im September 1967 wurde durch die Initiative von Wehrführer Paul Wilden und finanziert durch Spenden eine Fahne erworben. Unter dem Leitsatz, der auch auf der Fahne steht:
"ZUM HELFEN STETS BEREIT, STARK DURCH EINIGKEIT" wurde am 16./17. September unter Teilnahme von 30 befreundeten Feuerwehren die Fahnenweihe festlich begangen.
Am 06. Dezember 1967, Traditionstag der Feuerwehr, wurde Brandinspektor und Wehrleiter Paul Wilden wegen Erreichens der Altersgrenze feierlich aus dem aktiven Wehrdienst verabschiedet. Oberbürgermeister Munzinger ernannte Paul Wilden zum Ehrenwehrführer der Stadt Zweibrücken und verlieh ihm für besondere Verdienste um das Gemeindewohl der Bürger die Silberne Stadtplakette.
Mit der Führung der Wehr wurde Bezirksschornsteinfegermeister Paul Döring beauftragt.

1968

Im Jahre 1968 wurden eine LF 16 in Sonderausführung mit Vorbauwinde und ein Ölunfallhilfswagen in Dienst gestellt. Unfallhilfe- und Tragkraftspritzen-Anhänger (UHA und TSA) sowie 3 Stromerzeuger, Trockenlöscher (P250), Schlauchboot und Geräte für die Bekämpfung von Ölunfällen vervollständigten die Ausrüstung unserer Feuerwehr.

1970

Auf eigenen Wunsch trat im September 1970 Brandinspektor Paul Döring zurück. Paul Döring hat in seiner Zeit als Wehrführer die Feuerwehr gekonnt und umsichtig geführt. Als Nachfolger wurde Oberbrandmeister Karl Schmieg gewählt.

1972

Im Jahre 1972 konnte die Freiwillige Feuerwehr Zweibrücken auf eine 50-jährige Motorisierung zurückblicken. Mit einem Tag der "offenen Tür" und einem Festball wurde dieses Ereignis in einem würdigen Rahmen begangen.

1974

Am 01. Juli 1974 trat das neue Landesgesetz über den Brandschutz und die technische Hilfe für das Land Rheinland-Pfalz in Kraft. Das alte Gesetz über das Brandschutzwesen vom 11. Mai 1949 trat gleichzeitig außer Kraft. Damit ergaben sich wesentliche Neuerungen für alle Wehren im gesamten Land.
Auch die Freiwillige Feuerwehr Zweibrücken blieb davon nicht verschont. Stellte das alte Gesetz bisher lediglich auf den Brandschutz ab, wurde in dem neuen Gesetz zum ersten Mal auch die technische Hilfe erwähnt.
Dies hatte wesentliche Auswirkungen auf die technische Ausstattung der Wehren im gesamten Land sowie auf die Ausbildung der Feuerwehrangehörigen, die mit diesem Gerät umzugehen hatten. Galt es noch in den Vorjahren als wesentlichste Aufgabe Brände zu bekämpfen, sollte die Zukunft zeigen, dass immer mehr Einsätze im technischen Bereich notwendig wurden.

1975

Um die Schlagkraft der Feuerwehr zu erhöhen, wurde 1975 ein RW 2 bestellt, der bis zum Ende des Jahres in Dienst gestellt wurde. Am 24. 05. 1975, 31. 05. 1975 und 01. 06. 1975 wurde ein großer Festakt zum 125-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Zweibrücken abgehalten.

1975

Durch tatkräftige Unterstützung des Stadtrats konnte die Ausstattung der Feuerwehr in den nächsten 15 Jahren wesentlich ergänzt und verbessert werden. In diesem Zeitraum wurden insgesamt 17 Fahrzeuge neu beschafft:

1975

Rüstwagen RW 2

1978

1 Tanklöschfahrzeug 24/50 (Großtanklöschfahrzeug)
1 Mannschaftstransportwagen
1 Schlauchwagen SW 1000

1979

1 Tanklöschfahrzeug 16

1980

1 Einsatzleitwagen 2
1 Tanklöschfahrzeug 16

1981

1 Tragkraftspritzenfahrzeug
1 Mehrzweckfahrzeug

1982

1 Tragkraftspritzenfahrzeug

1983

1 Tragkraftspritzenfahrzeug

1984

1 Drehleiterfahrzeug DLK 23/12

1985

1 Einsatzleitwagen 1
1 Chemieschutzfahrzeug

1987

1 Gerätewagen - Öl

1990

1 Löschfahrzeug 16
1 Mehrzweckfahrzeug

Die Freiwillige Feuerwehr Zweibrücken verfügte darüber hinaus noch über 3 Fahrzeuge älteren Baujahres.

1985

Die Wehr wurde seit dem 01. November 1985 durch Stadtfeuerwehrinspekteur Oskar Theisinger vorbildlich geführt. Er übernahm das verantwortungsvolle Amt von Stadtfeuerwehrinspekteur Hans Messerer, der nach Erreichen der Altersgrenze aus dem aktiven Dienst ausschied. Ab 1976 stand er den Wehren aus Stadt und Land vor.

1990

Natürlich durfte auch die Gerätebeschaffung nicht vernachlässigt werden. Die Ausrüstung mit modernsten Geräten wurde stets dem neuesten Stand angepasst. Die gesamten Fahrzeuge wurden mit so genannten Vielkanalfunksprechgeräten ausgestattet. Außerdem wurden die Feuerwehrangehörigen mit Funkalarmempfängern ausgerüstet und somit die Alarmierung grundlegend verbessert. Durch die Einführung des neuen Landesgesetzes wurden auch die Ausbildungsmaßnahmen für die Feuerwehrangehörigen erneuert. Die Ausbildung unserer Feuerwehr richtet sich nach bundeseinheitlichen Feuerwehr-Dienstvorschriften.

Dabei sind die einzelnen Facheinheiten insbesondere für folgende Bereiche auszubilden:

  • Brandschutz
  • Technische Unfallhilfe
  • Chemieschutz
  • Strahlenschutz
  • Wasserschutz

Die Freiwillige Feuerwehr Zweibrücken verfügte 1990 über 124 ausgebildete Feuerwehrfrauen und -männer. Dazu kamen eine Rettungshundestaffel mit 6 Rettungshundeführern bzw. -führerinnen und deren Hunden. Eine Jugendfeuerwehr in Stärke von 20 Jugendlichen (Mädchen und Jungen) bildete den Nachwuchsbereich.

Im Jahr 1990 feierte die Freiwillige Feuerwehr ihr 140-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass war über die Zeit vom 14. 09. 1990 bis einschließlich 16. 09. 1990 ein umfangreiches Festprogramm vorgesehen.
Höhepunkte waren neben dem Festkommers der große Umzug durch die Innenstadt am Sonntag, dem 16. 09. 1990, und der vorausgegangene Tanzabend mit der Big-Band "Blau-Weiß" am Samstag, dem 15. 09. 1990. Gefeiert wurde in der dafür gesondert hergerichteten Fahrzeughalle der Verkehrsbetriebe Zweibrücken. Zu erwähnen ist auch die im Rahmen des Festes durchgeführte Zusammenkunft des Gesamtvorstandes des Landesfeuerwehrverbandes.

< In der Folgezeit setzte sich die Tendenz fort, dass die Feuerwehr immer mehr Einsätze im technischen Bereich zu bewältigen hatte.
Dazu wurde die Ausstattung der Feuerwehr mit Fahrzeugen und technischem Gerät im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Stadt kontinuierlich fortgeführt.
Seitens der Verwaltung und des Stadtrates hatte man immer ein offenes Ohr für die Belange der Feuerwehr.

So konnten mit dessen Genehmigung in der Zeitspanne von September 1990 bis in das Jahr 2000 folgende Fahrzeuge altersbedingt erneuert oder wegen neu hinzugekommener Aufgaben neu beschafft werden:

1991

1 Mannschaftstransportwagen (MTW)

1993

1 Messfahrzeug-Gefahrgut (MefG)

1994

1 Gerätewagen-Atemschutz (GW-AS)

1996

1 Gerätewagen Gefahrgut (GWG 2)

1997

1 Mannschaftstransportfahrzeug mit Ladefläche (MTW-L)

2000

1 Rüstwagen (RW 2/Kran)

 

Die in den Jahren 1993 bis 1996 beschafften Fahrzeuge sind Bestandteile des Gefahrstoffzuges. Dieser Zug musst im Rahmen eines Gefahrstoffkonzeptes des Landes Rheinland-Pfalz aufgestellt werden. Er dient insbesondere zur Bekämpfung von Unfällen mit gefährlichen Stoffen etc. und bildete einen der zuvor angesprochenen neuen Aufgabenbereiche, der von der Feuerwehr zu übernehmen war. Das wesentliche Ereignis in den Jahren 1990 bis 2000 bildete jedoch der Feuerwehrhausneubau.
Im Jahr 1990 wurde konkret mit den Planungen für die neue Feuerwache begonnen. Der Planungsauftrag wurde am 05. September 1990 durch den Stadtrat an das Ing.-Büro Horst Grub, Zweibrücken, vergeben. Zuvor wurde mit dem Gelände des ehemaligen Bauhofes in der Landauer Straße ein geeigneter Bauplatz gefunden.
Nach Erteilung des Planungsauftrages wurden alle notwendigen Anträge zur Erlangung einer Zuwendung aus der Feuerschutzsteuer bei der Landesregierung eingereicht. Des Weiteren wurde der Antrag auf Änderung des Bebauungsplanes gestellt.

1992

Nachdem das Änderungsverfahren abgeschlossen war, konnte mit der Ausschreibung der einzelnen Gewerke begonnen werden. Anschließend wurden die ersten Bauaufträge erteilt. Baubeginn war der 05. November 1992.

1993

Das Richtfest konnte am 07. Oktober 1993 gefeiert werden. Dies war gleichzeitig ein Geburtstagsgeschenk an den Ehrenwehrführer Paul Wilden, der an diesem Tag seinen 90. Geburtstag feiern konnte.

1995

Nachdem auch die weiteren Arbeiten planmäßige Fortschritte machten, konnte das neue Domizil zu Beginn des Jahres 1995 bezogen werden.
Die feierliche Einweihung erfolgte am 05. Mai 1995. Die Festansprache hielt der Minister des Innern für Sport, Walter Zuber.
In den beiden folgenden Tagen, am 06. und 07. Mai, wurde die Indienststellung der Feuerwache mit der Bevölkerung gefeiert. Über 3.000 Besucher nutzten die Tage, um sich eingehend hinsichtlich des Neubaues zu informieren.
Unter der Führung des Stadtfeuerwehrinspekteurs Oskar Theisinger waren während der gesamten Bauzeit zahlreiche ehrenamtliche Helfer der Feuerwehr mit in den Bauprozess involviert. Der damalige Dezernent der Feuerwehr, Herr Bürgermeister Dr. Lambert, bedankte sich im Rahmen seiner Rede anlässlich der Einweihung bei allen ehrenamtlichen Kräften für ihr uneigennütziges Engagement.

2000

Stadtfeuerwehrinspekteur Oskar Theisinger schied zum 01. 01. 2000 nach 50-jähriger pflichttreuer Tätigkeit aufgrund des Erreichens der Altersgrenze aus dem aktiven Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr aus. Aufgrund seiner hervorragenden Verdienste um das Feuerwehrwesen über unsere Stadtgrenzen hinaus wurde er mit dem Goldenen Feuerwehrehrenzeichen als Steckkreuz durch den Innenminister geehrt. Darüber hinaus wurde ihm durch die Stadt als dankbare Anerkennung seiner außergewöhnlichen ehrenamtlichen Leistung die Stadtehrenplakette in Silber überreicht. In seiner Tätigkeit als 1. Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverbandes Zweibrücken blieb er jedoch auch weiterhin aktiv der Feuerwehr erhalten.
Als sein Nachfolger wurde der bisherige stellvertretende Wehrleiter Harald Schmieg von den Feuerwehrangehörigen in geheimer Wahl vorgeschlagen und im Benehmen mit dem Stadtrat durch den Oberbürgermeister bestellt.

2007

Im Jahr 2007 wurde das Alarmierungskonzept der Feuerwehr Zweibrücken grundlegend überarbeitet. Aus den bisherigen vier Alarmschleifen wurden drei neue Hauptschleifen gebildet, die den Zügen zugeordnet wurden. Die Alarmschleifen der Vororte blieben unverändert, die Löscheinheit Mörsbach wurde dem Zug 3 zugeordnet, die Löscheinheiten Rimschweiler und Wattweiler werden nur einzeln alarmiert, eine Alarmschleife für den Zug 4 wurde nicht eingeführt. Neu geregelt wurden in diesem Zuge auch das Ausrückegebiet. So wurden die Vororte gewissen benachtbarten Stadtteilen zugeordnet, da diese die jeweiligen Gebiete schneller erreichen als Fahrzeuge der Hauptwache.

2008

Im Jahr 2008 konnte nach langer Planungsphase und einigen Problemen seitens des Herstellers endlich der neue MTF mit dem Funkrufnamen Florian ZW-19 in Dienst gestellt werden.